Dieser Beitrag enthält Produktplatzierungen durch eine bezahlte Partnerschaft mit CRIF Austria.
Wie wird sich der der österreichische E-Commerce in den nächsten 2–3 Jahren entwickeln – insbesondere im Hinblick auf Zahlungstrends wie Kauf auf Rechnung und BNPL?
In den kommenden zwei bis drei Jahren wird der österreichische E-Commerce nicht nur wachsen, sondern sich auch strukturell weiterentwickeln. Treiber dieser Entwicklung ist das sich deutlich wandelnde Nutzerverhalten. Soziale Plattformen und veränderte Zahlungsgewohnheiten spielen dabei eine zentrale Rolle. Besonders entscheidend sind einfache, schnelle und sichere Zahlarten im Checkout-Prozess.
Besonders wichtig bleibt dabei der Kauf auf Rechnung: Er ist in Österreich kulturell tief verankert und gilt als Vertrauens- und Sicherheitsinstrument. Er wird daher nicht verschwinden, sondern künftig selektiver und risikobasiert eingesetzt – abhängig von Kundenprofil, Warenkorb, Verhalten und Bonitätsprüfung.
BNPL-Modelle werden differenzierter wachsen. Während der klassische Rechnungskauf stabil bleibt, gewinnen vor allem integrierte, datengetriebene BNPL-Lösungen an Bedeutung, die Zahlung, Identität, Risikoprüfung und teilweise Mahnwesen bündeln.
Zusätzlich verschärfen neue EU-Regulierungen (u. a. Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2), PSD3/PSR) die Anforderungen an Transparenz, Sicherheit und Compliance. Der Checkout der Zukunft muss daher bequem, aber zugleich hochgradig professionell gesteuert sein.
Insgesamt entsteht ein hybrider Checkout: Für Kunden einfach und schnell, im Hintergrund jedoch geprägt von Echtzeitentscheidungen zu Risiko, Identität und Betrug. Wettbewerbsvorteile entstehen dort, wo Convenience und Risikosteuerung intelligent kombiniert werden.
Welche zentralen Erkenntnisse liefert eure Studie über aktuelle Entwicklungen in der E-Commerce-Sicherheit in Österreich?
Unsere Studie zeigt deutlich, dass der österreichische E-Commerce 2025 weiter wächst, gleichzeitig aber vor zunehmenden Sicherheitsrisiken steht. Rund 64 % der Händler waren bereits von Betrug betroffen, wobei insbesondere „streitige“ Lieferkonstellationen – etwa das Bestreiten des Warenerhalts, sog. „Friendly Fraud“ (51 %) – stark zunehmen. Daneben zählen verfälschte Namens- und Adressdaten (49 %), Identitätsbetrug (43 %) sowie der Einsatz gestohlener Zahlungsinformationen zu den häufigsten Angriffsmustern. Diese Fälle führen nicht nur zu Mehraufwand, sondern zu erheblichen finanziellen Schäden: Während die Mehrheit der Unternehmen Einzelschäden unter 10.000 Euro verzeichnet, berichten einige Händler von Verlusten über 25.000 Euro pro Transaktion; jährlich können Schäden sogar bis zu 100.000 Euro erreichen.
Auffällig ist auch die Entwicklung der Bedrohungslage: 46 % der Händler nehmen eine Zunahme der Betrugsfälle wahr, was auf technische Angriffsflächen, verändertes Kundenverhalten und fehlende interne Ressourcen zurückgeführt wird. Gleichzeitig bleibt die Erkennung neuer Betrugsmuster mit 71 % die größte Herausforderung. Unternehmen investieren deshalb zunehmend in KI-gestützte Betrugserkennung, automatisierte Prüfprozesse und kombinierte Kontrollmechanismen, während manuelle Prüfungen weiterhin eine Rolle spielen. Dennoch verzichten 33 % der Händler vollständig auf präventive Maßnahmen – ein Faktor, der das Risiko weiter erhöht.
Unsere Studie zeigt klar: Betrugsprävention wird zu einem geschäftskritischen Erfolgsfaktor im österreichischen Onlinehandel. Mit wachsender Marktgröße, steigendem Mobile-Commerce-Anteil und erhöhten Kundenansprüchen ist ein professionelles, datenbasiertes Risiko- und Fraud-Management unerlässlich, um Profitabilität und Kundenerlebnis nachhaltig zu sichern.
Welche neuen Betrugsmuster beobachtest du aktuell im österreichischen E-Commerce – und wie unterscheiden sich diese von den Vorjahren?
Das Betrugsrisiko im österreichischen E-Commerce hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert: Weg von einfachen, isolierten Betrugsversuchen hin zu komplexen, datengetriebenen, mehrstufigen Angriffen sowie organisierte Betrugsmuster. Während früher vor allem gestohlene Zahlungsdaten oder offensichtlich falsche Identitäten dominierten, zielen Betrüger heute auf den gesamten Kaufprozess ab. Sie kombinieren reale Datenfragmente mit synthetischen Identitäten, nutzen Social Engineering, übernehmen Kundenkonten und setzen gezielt auf Reklamationen oder Chargebacks nach der Lieferung.
Aktuelle Erhebungen von uns zeigen, dass das Bestreiten des Warenerhalts mittlerweile die häufigste Betrugsform ist, gefolgt von manipulierten Namens- und Adressdaten sowie Identitätsbetrug. Auffällig ist dabei der Shift weg vom reinen Payment Fraud hin zu post-transaktionalen Angriffen: Der Betrug wird oft erst im Nachgang des Kaufs sichtbar, wenn Kulanzprozesse, schwache Zustellnachweise oder Support-Routinen ausgenutzt werden.
Zunehmend relevant sind zudem Mischidentitäten mit echten Namen und Adressen, die klassische Plausibilitätsprüfungen unterlaufen, sowie Account Takeover, bei denen kompromittierte Kundenkonten mit bestehender Historie und Vertrauensvorschuss missbraucht werden.
Ein wachsender Faktor sind KI-gestützte Täuschungen, etwa durch glaubwürdigere Kommunikation oder gefälschte Dokumente, die professionellen Betrug leichter skalierbar machen. Insgesamt gilt daher: Betrug ist heute journey-zentriert statt transaktionszentriert – und erfordert ganzheitliche Präventionsansätze über Payment hinaus, die Identität, Verhalten, Logistik und Reklamation einbeziehen.
Identitätsbetrug nimmt zu – wie unterstützt CRIF Händler dabei, echte von gefälschten Identitäten zuverlässig zu unterscheiden?
Identitätsbetrug ist heute deshalb so herausfordernd, weil Täter immer seltener komplett erfundene Profile nutzen. Stattdessen dominieren fragmentierte oder synthetische Identitäten mit echten Namen, realen Adressen und scheinbar plausiblen Strukturen, denen jedoch Konsistenz und historischer Kontext fehlen. Eine reine Feldprüfung reicht dafür nicht mehr aus – entscheidend ist eine ganzheitliche Bewertung von Existenz, Plausibilität, Verhalten und Risiko
CRIF unterstützt Händler genau mit diesem multidimensionalen Ansatz. Identitäts-, Risiko- und Fraud-Informationen werden über eine einheitliche Schnittstelle in Echtzeit kombiniert, ergänzt um internationale Daten, kontextbasierte Analysen und flexible Verifizierungsverfahren. So können Händler nicht nur prüfen, ob eine Identität existiert, sondern ob sie im jeweiligen Kaufkontext stimmig ist – ein zentraler Faktor für Rechnungskauf und BNPL.
Moderne Identitätsprüfung folgt dabei einem risikoadaptiven Stufenmodell: von Basisvalidierung über kontextuelle Signale bis hin zu stärkeren Verfahren wie Foto- oder Video-Ident, nur wenn nötig. Das schützt vor Betrug, ohne den Checkout pauschal zu verlangsamen.
Der zentrale Mehrwert liegt in der Verbindung von Sicherheit und Conversion. Unauffällige Kunden werden reibungslos durchgelassen, risikobehaftete Fälle gezielt überprüft. Studien zeigen, dass Identitätsprüfung in Österreich längst Standard ist und insbesondere bei Neukunden und hohen Warenkörben eingesetzt wird. Identität wird damit zu einem festen Bestandteil intelligenter Checkout-Steuerung – mit messbarem Nutzen für Sicherheit, Umsatz und Kundenerlebnis.