E-Commerce News & Blog

E-Commerce Fachbeitrag August 2026

In diesem Fachbeitrag werden relevante Ereignisse und Informationen des Monats August für die E-Commerce Branche zusammengefasst.

Neue EU-Verpackungsregeln – und plötzlich zahlt sich der Versand in manche Länder nicht mehr aus?

Seit 12. August 2026 ist die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) grundsätzlich anzuwenden.

Das Ziel klingt erstmal sinnvoll: weniger Verpackungsmüll, besser recycelbare Verpackungen und einheitlichere Regeln innerhalb der EU.

In der Praxis sorgt das gerade aber für Diskussionen.

DER STANDARD berichtet, dass insbesondere kleinere Onlinehändler mit zusätzlicher Bürokratie kämpfen. Wer grenzüberschreitend verkauft, kann mit Registrierungs-, Melde- und weiteren Pflichten in den jeweiligen Ländern konfrontiert sein.

Und damit entsteht ausgerechnet ein Problem, das die EU eigentlich reduzieren möchte: Für kleine Händler kann es sich schlicht nicht mehr auszahlen, einzelne EU-Länder zu beliefern.

Für mich ist genau das die spannende Frage: Wie schaffen wir mehr Nachhaltigkeit und gleichzeitig einen europäischen Binnenmarkt, den auch kleine Onlinehändler noch sinnvoll bedienen können?

Denn wenn regulatorische Anforderungen dazu führen, dass Händler ihren internationalen Versand reduzieren, haben wir am Ende zwar mehr Regeln – aber nicht unbedingt einen besseren europäischen E-Commerce.

Für Onlinehändler heißt es deshalb jetzt vor allem: prüfen, in welche Länder ihr liefert und welche Verpackungspflichten dort tatsächlich auf euch zukommen.

Link zur Quelle: DER STANDARD – „Es zahlt sich nicht mehr aus“: Kleine Händler kämpfen mit neuen Verpackungsregeln

Seit 2. August gelten neue KI-Transparenzpflichten – und das betrifft auch den E-Commerce

KI-generierte Produktbilder, Chatbots im Onlineshop, automatisierte Texte, KI-Avatare im Marketing …

KI ist mittlerweile an ziemlich vielen Stellen im E-Commerce angekommen.

Mit Artikel 50 des EU AI Acts gelten seit 2. August 2026 nun neue Transparenzpflichten.

Unter anderem müssen Anbieter bestimmter KI-Systeme dafür sorgen, dass Nutzer erkennen können, wenn sie direkt mit einer KI interagieren. Auch bei KI-generierten oder manipulierten Inhalten gibt es neue Vorgaben zur Kennzeichnung bzw. technischen Erkennbarkeit.

Wichtig dabei: Nicht jeder Text, der einmal ChatGPT gesehen hat, muss jetzt mit einem riesigen „KI-generiert“-Sticker versehen werden.

Gerade für Onlinehändler lohnt sich aber ein Check:

  • Haben wir einen KI-Chatbot im Shop?
  • Nutzen wir realistisch wirkende KI-Produktbilder oder KI-Models?
  • Erstellen wir Videos oder Personen mittels KI?
  • Welche unserer Tools erzeugen Inhalte automatisiert?
  • Und wissen wir eigentlich, welche davon gekennzeichnet werden müssen?

 

Ich finde die Entwicklung grundsätzlich richtig.

KI darf Prozesse effizienter machen – der Kunde sollte aber trotzdem wissen, wann er mit einer Maschine oder einem künstlich erzeugten Inhalt interagiert.

Und vor allem zeigt es wieder einmal: Wer KI im E-Commerce produktiv einsetzen möchte, muss sich mittlerweile nicht nur mit Prompts und Tools beschäftigen, sondern zunehmend auch mit deren rechtlichen Rahmenbedingungen.

Link zur Quelle: Europäische Kommission – Guidelines zu den Transparenzpflichten des AI Acts

Wird Temu zum größten Werbekonkurrenten für heimische Onlinehändler?

Temu und Shein verändern den österreichischen E-Commerce zunehmend – und der Wettbewerb findet längst nicht mehr nur um Kund:innen, sondern auch um digitale Aufmerksamkeit statt.

Besonders Temu investiert massiv in Werbung und zählt mittlerweile zu den größten Werbekunden auf Plattformen wie Google und Meta. Dadurch konkurrieren heimische Onlinehändler mit finanzstarken internationalen Playern um dieselben Werbeflächen und potenzielle Kund:innen.

Gleichzeitig wandern Marktanteile und Kaufkraft zunehmend zu Temu und Shein, wodurch der Druck auf österreichische Händler weiter steigt. Für Shops kann das bedeuten, dass es schwieriger wird, mit klassischen Performance-Marketing-Maßnahmen sichtbar zu bleiben und profitable Neukunden zu gewinnen. Höhere Werbekosten bei gleichzeitig stärkerem Preisdruck könnten insbesondere kleinere und mittelständische Händler vor Herausforderungen stellen.

Umso wichtiger wird es, sich nicht ausschließlich über den Preis oder bezahlte Reichweite zu differenzieren, sondern Marke, Kundenbindung, Qualität, Service und eine klare Positionierung aufzubauen.

Für die E-Commerce-Branche stellt sich damit zunehmend die Frage, wie heimische Händler auch ohne die Marketingbudgets globaler Plattformen nachhaltig Sichtbarkeit und Wachstum erzielen können.

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