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Warum du im Marketing nicht jedes Jahr bei null anfangen musst

September. Der Sommer geht langsam zu Ende, die Postfächer werden wieder voller und im E-Commerce beginnt der Blick Richtung Q4.

Und damit kommt jedes Jahr dieselbe Frage:

Was machen wir heuer eigentlich?

Neue Kampagne. Neue Newsletter. Neue Creatives. Neue Ideen.

Aber muss wirklich alles neu sein?

Darüber habe ich in der aktuellen Podcastfolge mit Jörg gesprochen. Und aus dem Gespräch nehme ich vor allem eine Erkenntnis mit: Manchmal machen wir uns das Leben komplizierter, als es sein müsste.

1. Schau zuerst nach, was letztes Jahr funktioniert hat

Bei Jörg und seinem Team beginnt die Planung einer wiederkehrenden Kampagne mit einer ziemlich simplen Frage:

Was haben wir letztes Jahr gemacht?

Die erfolgreiche Kampagne wird nicht einfach blind kopiert. Aber sie dient als Ausgangspunkt.

Welche Message hat funktioniert? Welches Angebot kam gut an? Was können wir verbessern? Haben sich Preise, Produkte oder Bilder geändert?

Eigentlich logisch.

Unsere Kund erinnern sich schließlich nicht im Detail daran, welchen Newsletter sie vor einem Jahr bekommen haben. Wahrscheinlich wissen die meisten von uns nicht einmal mehr, welchen Newsletter sie vor zwei Wochen geöffnet haben.

Warum also jedes Mal bei null starten?

2. Wiederholung kann sogar innerhalb einer Kampagne funktionieren

Besonders spannend fand ich Jörgs Erfahrung mit Newslettern.

Eine Message muss nicht automatisch schlecht sein, nur weil jemand beim ersten Versand nicht darauf reagiert.

Vielleicht war einfach der Zeitpunkt falsch.

Das kennen wir doch alle: Die E-Mail kommt rein, während wir gerade in einem Meeting sitzen, im Urlaub sind oder schnell unser Postfach aufräumen. Also weg damit.

Ein paar Tage später könnte dieselbe Botschaft genau richtig kommen.

Jörgs Team hat deshalb teilweise dieselbe oder eine sehr ähnliche E-Mail erneut an Personen geschickt, die sie beim ersten Mal nicht geöffnet hatten.

Und siehe da: Es wurde gekauft.

Das Learning?

Nicht nur die Message entscheidet. Der richtige Moment tut es auch.

3. Routinen schaffen Platz für die wichtigen Dinge

Das Prinzip der Wiederholung hört bei Jörg nicht beim Marketing auf.

Auch der Arbeitsalltag folgt einer klaren Routine.

Das Team startet mit einem Daily Huddle. Jede Person nennt ihre drei wichtigsten Aufgaben. Danach werden die Umsatzzahlen des Vortages betrachtet und anschließend Blocker angesprochen.

Der spannende Punkt daran: Es geht nicht um Kontrolle.

Es geht darum, sichtbar zu machen, woran andere gerade arbeiten und wo Abhängigkeiten entstehen.

Denn was bringt die beste Marketingkampagne, wenn die Produktion nichts davon weiß?

Gerade wenn mehrere Teams, Freelancer oder externe Partner zusammenspielen, können ein paar Minuten Abstimmung erstaunlich viel Reibung verhindern.

Weniger neu erfinden, mehr verbessern

Vielleicht ist das genau der richtige Gedanke für den Start ins letzte Jahresdrittel.

Bevor wir die nächste Kampagne von Grund auf neu planen, könnten wir zuerst zurückschauen:

Was hat schon funktioniert?

Welche Routinen helfen uns?

Wo entstehen immer wieder dieselben Blocker?

Und was können wir dieses Mal einfach ein bisschen besser machen?

Denn Innovation bedeutet nicht zwangsläufig, jedes Jahr alles über den Haufen zu werfen.

Manchmal bedeutet sie auch, eine gute Idee aus dem Vorjahr zu nehmen – und sie dieses Jahr noch besser umzusetzen.

Die komplette Folge gibt es jetzt im E-Commerce Inspiration Podcast.

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